Im Gespräch mit Gregor Meyer

Shownotes

Gregor Meyer ist Leiter des GewandhausChores in Leipzig und zählt zu den spannendsten deutschen Chorleitern der jüngeren Generation. Er ist nicht nur klassischer „Dirigent mit Taktstock“, sondern ein Musiker, der Konzertformate immer wieder neu denkt und weiterentwickelt.

Wir haben mit ihm über seinen Werdegang, seine Sicht auf klassische Musik in der heutigen Zeit und seine Liebe zur Eisenbahn gesprochen.

Ein Gespräch über Musik, Haltung und den Mut, neue Wege zu gehen.

// Hier gehts zur Playlist "Duschlieder Pikachu": https://open.spotify.com/playlist/16YQ3viZYpLfPkeofsb80n?si=xAGQ1VatS6Gh0okc2JxNzw&pi=vK5ad74_SLiJL

// Mehr Infos zum Duo Stiehler/Lucaciu: https://open.spotify.com/intl-de/artist/7nSGBz4UKbB91w3Qm6Mjcm?si=IY1t76fbSfit8pwiVgek0A

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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zum Podcast seven-tausend, siebenhundert Tage.

00:00:03: Wir haben heute eine ganz besondere Folge für euch und wir belohnen uns selber, Sascha Stieler!

00:00:10: Wir haben einen Gast dabei der uns wie soll ich sagen schon viele Jahre begleitet auf eine gewisse Art und Weise... Wir haben uns von der Distanz immer aus

00:00:19: beschnubbert

00:00:20: und so richtig riechen konnten wir uns schon von Anfang an.

00:00:23: aber es wird jetzt intensiver mit dem Podcast ab jetzt geht's eigentlich los.

00:00:28: Jetzt passiert was.

00:00:29: Was wir noch... Es ist eine Premiere.

00:00:32: Sascha, wirst du ihn mal vorstellen?

00:00:33: Ich stelle ihn sofort vor.

00:00:35: aber bevor ich das tue muss sich erstmal ein Glückwunsch aussprechen an uns selber Antonio.

00:00:40: Nein!

00:00:41: Wir machen jetzt genau seit einem Jahr Podcast.

00:00:44: Vor einem Jahr erschienen die erste Folge eine Folge über Freundschaft und ich finde wir sind uns treu geblieben.

00:00:50: Und herzlichen Glückwunsch an uns, und ich habe mal recherchiert.

00:00:54: dieser Podcast heißt ja sieben tausend siebenhundert Tage inzwischen Antonio.

00:00:58: Sind wir achttausend einhundert sechsundfünfzig Tage befreundet?

00:01:02: Ich hab mir geguckt mein Leben geht knapp vierzehntausende Tage also zur Einordnung.

00:01:07: aber der Mann der heute hier ist den kenne ich länger Den kenn ich fast mein ganzes Leben.

00:01:13: Nein!

00:01:13: Ich habe mal geguckt, seit wann ich unseren Gast kenne und ich kenne ihn seit zehntausend einhundert vierzehn Tagen.

00:01:20: Und gemessen daran dass ich knapp vierzehntausend Tage lebe begleitest du mich also eigentlich schon fast mein ganzes Leben.

00:01:26: Ja?

00:01:27: Das

00:01:27: ist mir neu.

00:01:28: Ist ja... Aber du wirst mir das gleich erklären.

00:01:30: Ich

00:01:30: erkläre es dir gleich.

00:01:31: jetzt aber erst einmal ein großes herzlich willkommen Gregor Meyer.

00:01:35: Hallo ihr beiden.

00:01:36: schön eure Gast sein zu dürfen.

00:01:38: Ja Gregor Wir haben nicht nur in diesem Podcast die Ehre miteinander, sondern treffen uns auch aus gegebenen Anlass.

00:01:46: Wir müssen nämlich heute auch mal sprechen was wir überhaupt machen wollen.

00:01:48: Richtig!

00:01:49: Wir

00:01:49: haben einen gemeinsamen Auftritt.

00:01:50: du bist Leiter des Gewandhauskores hier in Leipzig und wir haben ein Projekt zusammen am zwanzigsten Juni im Museum der Bildenden Künste Ein Doppelkonzert.

00:02:00: Gewandhauskor und

00:02:01: Du.

00:02:02: Wir spielen allerdings nicht unsere Musik, sondern wir widmen den Abend.

00:02:07: Den estonischen Komponisten unter anderem Avopert.

00:02:11: So sieht's aus?

00:02:11: Ja

00:02:12: das Programm heißt ich habe es mir aufgeschrieben.

00:02:14: Estonishing Estonia.

00:02:16: Es

00:02:16: ist genial oder?

00:02:17: Ja

00:02:17: es ist genial und man muss wirklich sagen...

00:02:19: Das Schachteldinger!

00:02:20: Und du hast uns eingeladen.

00:02:22: und darüber hinaus muss man aber trotzdem sagen.. Du begleitest mich wie gesagt schon mein ganzes Leben und ich will das einmal aufklären denn Du kommst aus einer ähnlichen Ecke wie ich.

00:02:32: Du bist im Erzgebirge geboren, so ein eines Pfarrers ... Ich bin ins

00:02:37: Bikau geboren!

00:02:37: Wie

00:02:37: du, wenn mich

00:02:39: nicht alles zeugt?

00:02:39: Sind

00:02:39: wir in gleichem Krankenhaus gezeugt?

00:02:42: Gezeugt gestorben und begraben, nein Entschuldigung.

00:02:44: Nein, ich glaube ja, ich schätze mal dass du auch im HBK geboren bist.

00:02:48: Ja!

00:02:48: Nein, im Gleiche auch.

00:02:50: Auch wenige Jahre vor dir... Und wahrscheinlich ging's da schon los, wenn du mal ehrlich bist.

00:02:56: Aber am Anfang hast du mich provoziert muss ich sagen, ohne dass du mich kanntest.

00:03:01: Denn wir waren auch auf dem gleichen Gymnasium.

00:03:04: aber du hast, glaube ich, siebenundneinzig Abi gemacht

00:03:07: und

00:03:07: ich bin achtundneunzig in diese Schule gekommen das Clara Wieg-Gymnasium.

00:03:11: Du warst damals Schuhsprecher gewesen?

00:03:14: Das habe ich verdrängt.

00:03:15: Ja!

00:03:16: Du musst Schuhsprächer gewesen sein.

00:03:17: Interessant,

00:03:18: erzähl mal weiter

00:03:19: Und jedes Mal wenn...

00:03:21: Was ist hier über mich noch gelernt?

00:03:23: Jedesmal Wenn ich... Der heißt gar nicht so.

00:03:25: Aber jedes Mal, wenn ich damals irgendwo Platz nahm Wie es der Zufall so will, kam die Lehrer auf mich zu und meinte, weißt du wo du hier sitzt?

00:03:36: Ich war zehn, elf Jahre.

00:03:37: Ich sag ne, wo sitze ich denn?

00:03:39: Hier saß Gregor Meyer!

00:03:42: Sag mal

00:03:44: wer

00:03:44: war denn Gregor

00:03:45: Meier?!

00:03:46: Und das hat mich verfolgt.

00:03:47: bis zur zwölften Klasse, saß ich immer dort wo Gregor meier saß.

00:03:50: also es war wirklich...ich war auf deinen Spuren unterwegs und ich dachte wer ist denn dieser Gregor?

00:03:56: Und das zieht sich bis heute durch, dass ich wirklich sagen muss, egal mit wem ich spreche.

00:04:01: Du bist ein unfassbar beliebter Mensch!

00:04:06: Das ist schön zu hören.

00:04:07: Ja, man wird es selber selten, aber das ist vielleicht auch gut so... Ja, gebe ich gerne an dich natürlich und dann euch zurück.

00:04:16: Ich höre ähnliches von euch!

00:04:18: Vielen Dank aber es ist wirklich... Es hat mich damals beeindruckt weil ich sage trotzdem sagen muss in mir spüre ich sehr viel Pubertät nach wie vor ja?

00:04:26: Und auch Welthass und das ist natürlich auch viel Liebe.

00:04:29: Aber es so eine gewisse Unausgeglichenheit spürte ich nach wie Vor in mir drin.

00:04:34: Und manchmal wenn ich da auf dich gucke du bist wir kommen dazu im Podcast Du bist unfassbar engagiert so und in jederlei Richtung.

00:04:44: Du hast wahnsinnig viel auf dem Schirm, du kannst denke ich... ...du bist ein unglaublich toller Chef gehe ich davon aus oder Leiter?

00:04:50: Ja also du kannst auch Menschen gut in dein Band ziehen und für eine Sache begeistern Und das sind Qualitäten die ich von außen bei dir erkennen kann ja schon damals Die ich beeindruckend finde weil ich immer so das Gefühl hatte du hast nicht ganz zu viel mit der Pubertät zu kämpfen.

00:05:08: Oder wie war

00:05:09: das?

00:05:10: Ich weiß nicht, du warst glaube ich nicht im Internat.

00:05:13: Du warst zu Hause.

00:05:14: Aber ich habe trotzdem...ich war der einzige, der zweimal Internatsverbot hatte,

00:05:18: obwohl

00:05:18: ich nicht auf dem Internat war.

00:05:19: Das hab' ich nicht geschafft!

00:05:21: Ich finde es ehrlicherweise auch gesund rennitent zu sein in einem Alter.

00:05:24: Das habe ich mir wahrscheinlich gar nicht so richtig getraut.

00:05:26: Also ich komme ja aus dem... Biederen Erzgebirge, bin halt im Pfarrhaus aufgewachsen und ich glaube für mich kam diese Sache mit dem Internat genau zum richtigen Zeitpunkt.

00:05:34: Also ich bin mit der neunten Klasse nach Spiekauer gekommen auf eben diese Schule die du erwähnt hast.

00:05:39: ja und Ich bin heilfroh dass ich diese sehr entscheidende und wegweisende Phase meines Lebens dort nicht zu Hause verbracht habe und insofern mussten einige meiner Freunde Freundinnen Mitschüler Die mussten glaube ich mit mir meine Pubertät tatsächlich aushalten.

00:05:55: Ja, die gab's durchaus auch und wie du so schön sagst gewisse Anteile nehmen wir glaub ich bis ans Lebensende mit.

00:06:01: das ist auch in unserem Beruf gar nicht schlecht denke ich mal ja aber Ich glaube tatsächlich dass es genaues richtige für mich war.

00:06:08: ich bin dieser zeit wahnsinnig dankbar.

00:06:10: also dem klarer wiegemnasium ins bekau fühle ich mich bis heute verbunden mache auch über euch hinaus Auch mit der schule hin und wieder projekte und das ist mit diesem Quell der Inspiration in Verbindung zu bleiben.

00:06:25: Sehr gut, ich würde trotzdem vorschlagen damit wir die mithörenden auch ein bisschen mitnehmen können wer das überhaupt ist wo du herkommst was sich geprägt hat was dich ausmacht weil natürlich kennt Sascha dich sehr sehr gut aber alle anderen vielleicht die unserem kosmos streifen vielleicht noch nicht so gut.

00:06:44: deswegen gleich mal die frage du bist im erzgebirge geboren und bist relativ schnell in die Musikwelt gekommen.

00:06:52: Oder wie war dein Start sozusagen im Erzgebirge und welchen Bezug zur Musik hattest du?

00:06:58: Was war so deine erste große Liebe zum Musik, was war ein bisschen der Auslöser, dass du auch gesagt hast ich gehe auf einen Musikinternat.

00:07:06: also Der Einstieg war tatsächlich für dich Sachen im Nachhinein relativ ambivalent weil ich hatte das große Die große Freude bei meiner Mutter Instrumentalunterricht Genießen zu dürfen, sag ich mal.

00:07:19: Welches im Moment?

00:07:20: Das war zunächst Klaviert tatsächlich und dann Blockflöte und ja also meine Mutter war redlich bemüht.

00:07:27: Ich glaube die hatte auch irgendwelche wie das so ist bei Müttern oft So gewisse Projektive Erwartungen an mich wo es hingehen soll Und ich hatte eigentlich am Anfang überhaupt keine Lust muss ich ganz ehrlich sagen Ja und das war noch in den letzten achtziger Jahren.

00:07:40: Dann kamen die Wände dann wurde eine Musikschule gegründet Bei uns in Johann Georgstadt.

00:07:44: an der Grenze ist weiß nicht der Ort Also manche kennen ihn vom Hörnsagen.

00:07:49: Manche waren dort und sind nachhaltig erschüttert, weil es ist wirklich ganz weit draußen am Rand richtig an der tschechischen Grenze.

00:07:56: Und die haben da plötzlich Instrumente angeboten, die ich nur aus dem Bilderbuch kannte, nämlich zum Beispiel Klarinette.

00:08:02: Das hat mich so angefixt dass ich gesagt habe das will ich lernen.

00:08:05: Ja

00:08:05: etwas da?

00:08:06: Da war ich zehn ja und bin damit relativ schnell Einigermaßen gut klargekommen und durfte dann ein halbes Jahr später in der Bergmannsblas-Kapelle in Johann Georgen statt mitspielen.

00:08:17: Und das war wirklich ... Der Game Changer, das kann man wirklich sagen weil dieses Sitzen in dieser sehr Testosteron geschwängerten Gruppe an Männern jenseits der Sechzig dieser Lärm, dieses halbwegs geobnete Chaos, das hat Wahnsinn!

00:08:35: Also da dachte ich, okay Musik hat doch eine gewisse Kraft.

00:08:39: Das war mir im Vorfeld gar nicht so bewusst und der nächste Schritt war dann das mein Lehrer gesagt hat Ich kann dir nichts mehr beibringen.

00:08:45: sucht ihr mal was Neues.

00:08:46: Und meine Eltern haben sich dann eben nach Zwickau auf dem Weg gemacht und ich kam aus den Ferien aus dem Urlaub wieder Mit einem Kumpel und die haben gesagt du in drei Wochen kannst du da am letzten Ferientag darunter fahren.

00:08:56: wir nehmen die zahnwürste schon mit Wir machen eine Aufnahmeprüfung.

00:08:59: wenn es klappt bleibst du dort.

00:09:00: wenn ich fahre wieder mit dir nach Hause.

00:09:07: Also deine Frage impliziert ja, das war schon ein ziemlicher Schockmoment für mich und ich dachte okay, ich probiere das mal.

00:09:12: Ja hier

00:09:12: klasser warst du da?

00:09:13: Da bin

00:09:14: ich dann in die neunte Klasse gekommen.

00:09:17: Das hat auch tatsächlich geklappt.

00:09:20: Erst am Wochenende mit einem alten Schulfreund haben wir diese Zeiten rekapituliert.

00:09:25: Ich saß den halben Nachmittag in dem noch leeren... Internat in Zbk, eine ehemalige Kaserne.

00:09:31: Die anderen kamen erst abends wieder und ich saß da drei Stunden auf dem Bett und habe mich überhaupt nicht von der Stelle gerührt, denn ich war völlig geschockt von der Situation und von dem was jetzt in mein Leben da tritt und mit mir passiert... Ich fand das die

00:09:43: Aufnahme-Prüfung.

00:09:43: gemacht wurde es genommen.

00:09:45: Und dann hieß es okay gut die Sandbürste hast du ja schon mal da?

00:09:49: Du bleibst jetzt hier.

00:09:49: Jetzt bleibste da!

00:09:50: Hier ist das Zimmer Großes Zimmer, altes NVA-Gebäude, Armeebetten, Armeeschränke.

00:09:56: Alles von der allerfeinsten Sorte wie es so war.

00:09:58: Ich kenne

00:09:58: dieses Internat noch.

00:09:59: Anfang

00:09:59: der Neunziger?

00:10:01: Nein das war vom Robot Schumannkonservatorium.

00:10:04: Wir hatten damals noch unser Ereignis in der Werderauer Straße und dann ... Hatt ich da auch einen clarinetten Lehrer?

00:10:11: Und das war dann das Schöne.

00:10:12: Da bin ich zum Unterricht gegangen, der hat gesagt um Gottes Willen du kannst gar nichts mehr müssen eigentlich von Formen anfangen weil technisch war alles völlig krude und er dachte schön jetzt bist du in Spickau mit dem was dir so als glorreich versprochen wurde.

00:10:25: und jetzt kannst du es eigentlich in die Tonne kloppen.

00:10:26: und ich habe mich dann zwei Jahre mit einer Klarinette rumgeärgert.

00:10:29: ja und dann hat mein Klavierlehrer gesagt du kommst aus einem Pfarrhaus halbwegs christlich sozialisiert scheinst doch vielleicht auch mit Orgel klar zu kommen.

00:10:37: probier doch das mal aus.

00:10:39: Das war dann der nächste Schritt.

00:10:40: Also,

00:10:41: mit der elften Klasse hast du dann Orgel

00:10:43: angefangen?

00:10:44: Genau!

00:10:44: Wie fängt man Orgel an?

00:10:46: In denen man sich ein Lehrer sucht.

00:10:49: In meinem Fall war das der Kantor oder Moritzkirche in Zwickau.

00:10:52: Der war damals noch recht jung.

00:10:53: Matthias Pfund.

00:10:55: Man, dem ich wirklich sehr viel zu verdanken habe und der hat halt gesagt neuer Klavierspielen kannste die Füße da unten nehmen wir noch dazu.

00:11:00: also nee ich muss dazu sagen Ich hab vorher schon in Johann Georgstadt den einen oder anderen Gottesdienst gespielt auch ein Schlüsselerlebnis für mich unseren Kantor beobachtet, wie er ein Kirchenlied spielte.

00:11:15: Vielstimmig akkordreich harmonisch angereichert aber es stand bloß die Melodiezeile bei ihm im Buch und ich dachte wie macht der denn das?

00:11:21: Ich sagte musste mal ausprobieren wird ja schon was einfallen habe ich mich zuhause ans Klavier gesetzt und tatsächlich es ging sofort.

00:11:28: also ich hab irgendwie gleich die richtigen Akkorde erwischt.

00:11:31: dass hat meine Mutter tatsächlich in ihren Klavierpädagogischen Gehversuchen mit mir.

00:11:36: Sie wusste glaube ich gar nicht warum sie das gemacht hat, aber sie hat mit mir sogenannte Kadenzen geübt und dadurch wusste ich irgendwie wie das mit den Tonarten halbwegs funktioniert.

00:11:45: Und auf Basis dessen konnte ich auch Gottesdienst spielen und war da durch mit Orgelscheinem Kontakt aber eben noch nicht im Literaturspiel und das habe ich dann in der elften Klasse jetzt begonnen und dann hat sich so ein bisschen der Weg in Richtung Kirchenmusikstudium nach Leipzig.

00:12:00: Ich kann mich noch erinnern, dass Clara Wieck im Nasium immer Weihnachtskonzerte gegeben hat.

00:12:05: In der Christuskirche.

00:12:06: So ist

00:12:07: es?

00:12:07: Genau!

00:12:07: Und ich durfte einmal auf der Empore sein als

00:12:10: Tutor oder

00:12:10: Viertklässler.

00:12:12: Als du dort zum Weihnachtskonzert auf der Orgel gespielt hast und wie die Kinder runtergeklappt.

00:12:17: Das war auch für mich nachhaltig so ein Moment.

00:12:22: Weil ich spielte damals schon Klavier natürlich ... Aber dann war das natürlich angekündigt im Programm, dass du Orgel spielst.

00:12:31: Ja?

00:12:31: Und das war ein beeindruckendes Erlebnis!

00:12:35: Ich erinnere mich daran, es war wahnsinnig aufregend.

00:12:37: Das war mein erster offizieller Auftritt und ich war sowieso immer sehr aufgeregt beim Orgelspiel.

00:12:44: also ich mach's unter uns gesagt auch fast gar nicht mehr.

00:12:47: Tatsächlich hatten wir bis mir in Richtung Chorleitung hin verlagert aber das Instrument ist natürlich unfassbar beeindruckend.

00:12:55: Relativ schnell kann ich dir jetzt nach dreißig Jahren sagen, mit wenig Mitteln viel erreichen.

00:12:59: Das ist ja eh unser Motto?

00:13:00: Ja

00:13:01: richtig genau!

00:13:02: Dafür steht auf der Saxophon Antonio.

00:13:05: Aber gut...

00:13:06: das glaube ich nicht.

00:13:08: Ist schon das schwierigste.

00:13:09: Du

00:13:10: bist schon

00:13:11: eigentlich

00:13:12: von uns ein bis du hier der größte können.

00:13:17: Deshalb laden wir gestern einen damit auch mal Lob bekommen.

00:13:20: Sonst wird immer noch draufgeschlagen.

00:13:23: Was macht das mit dir, in Kirchen Musik zu machen?

00:13:27: Und ist es so ein bisschen dein Zuhause?

00:13:29: und ist es auch so ein bißchen deinen Ursprung?

00:13:32: Definitiv ja.

00:13:33: Also ich würde mich nicht als wahnsinnig religiösen oder nachhaltig christlichen Menschen bezeichnen.

00:13:41: Ich würde sagen, ich trage eine spirituelle Affinität in mir und spüre da eine große Anziehung zu solchen Räumen und auch zu dieser ganzen Kultur die dahinter steckt Tatsächlich auch die ein oder andere kritische Frage an Religion im Allgemeinen und Antikristliche.

00:14:00: Auch das ist der Podcast zu kurz, aber ich merke dass ich mich in den Räumen prinzipiell sehr wohl fühle und dass die Idee Menschen zusammenzubringen erst mal mit einer guten Idee.

00:14:16: wie sie dann umgesetzt ist es eben eine andere Frage.

00:14:19: Das finde ich toll und was diese Räume sowohl akustisch als auch von der ganzen Aura her ausstrahlen, finde ich wahnsinnig sexy.

00:14:29: Kann ich wirklich so sagen?

00:14:30: Also ist mir auch nach wie vor wichtig als Leiter eines Konzerthauskores dass ich versuche regelmäßig mit sowohl mit denen oder auch mit anderen Gruppierungen in Kirchen zu gehen um dort Konzerte zu machen.

00:14:43: das ist für mich einfach so schön.

00:14:45: unsere Leipziger Gewandhause ist aber Kirchen Ja, sind nicht zu toppen.

00:14:50: Und sag mal du hast Kirchenmusik studiert?

00:14:53: Wie kam das also?

00:14:54: wie kommt man dann von der Kirchen Musik hin zu dieser Leidenschaft, dass du sagst okay du bist dirigent und jetzt leiter des Gewandhauskurses.

00:15:01: ich habe gelesen Du bist seit zwei tausend sieben wenn du vor uns sitzt Ein sehr jung gebliebener Mann.

00:15:11: Man kann es gar nicht denken, dass du jetzt seit knapp zwanzig Jahren so ein renommiertes Ensemble leidest weil man das Gefühl hat vor zwanziger Jahren warst du doch eben mitten in der Pubertät.

00:15:20: Wie kam diese Leidenschaft zum dirigieren?

00:15:23: Also so wie das mit der Orgel aus der Notmutter-Klarinette entstanden ist Ist das auch mit dem Kohlleiten eigentlich gar nicht meine erste Prämisse gewesen sondern ganz anders.

00:15:35: also ich.

00:15:36: Ich bin nach Leipzig gekommen, Kirchenmusikstudium.

00:15:39: Hab mir nichts Böses dabei gedacht.

00:15:41: Wollte eben Orgel spielen und ein bisschen Klavier.

00:15:43: Und dann hieß es ja im Rahmen des Studiums ... Am Dienstnach nächster Woche ist Chor-Praktikum.

00:15:49: Habe ich gefragt was das denn?

00:15:50: Na ja der gehen wir alle hin, alle Studies.

00:15:53: Wir setzen uns hin singen halt frohe Musik und einer von uns muss immer vor und dirigieren.

00:15:57: Und ich hatte Schweißausbrüche Und dachte, auf keinen Fall will ich das.

00:16:03: Also ich wollte mich auf keinen fall vor eine Gruppe stellen und hab dann irgendwie hingegreicht den Termin der lief auch tatsächlich wieder erwartend.

00:16:13: ganz gut.

00:16:14: also ich habe es glaube ich mit Humor habe die Leute irgendwie auf meine Seite gezogen.

00:16:17: aber ich habe tatsächlich ein halbes Jahr oder einen Jahr ja würde ich sagen mit Kohleitung als Fach ziemlich gekämpft und bin dann schon zu meinem Hauptfachprofessor gegangen hat gesagt ganz ehrlich dass ich glaubt das ist nicht.

00:16:28: vielleicht Wechsel ich doch zu Schulmusik, wo man auch Kohlleitung machen muss.

00:16:33: By the way hatte ich nicht auf dem Schirm oder ich mache nur die Tasteninstrumente.

00:16:36: und dann kam was ganz Schönes nämlich aus dem wir können es jetzt wieder nennen das Claravid Gymnasium viele meiner Mitschülerinnen und Mitschülern und Ausjahrgänger rüber und darunter waren mittlerweile nach Leipzig gekommen.

00:16:48: Und einer kam zu mir und hat gesagt oh du DJ der hat wie daran was hier sich DJ.

00:16:53: ja Wir sind so viele Leute aus zwar um wir könnten doch

00:16:56: eigentlich

00:16:57: warum?

00:16:57: weil ich mal bei einem Kurwochenende mit dem Schulchor lange Nachts Tanzmusik aufgelegt hatte.

00:17:04: Und es waren alle schon im Bett.

00:17:05: nur einer, saß noch dort mit der Flasche Bier und hat mir zugelechelt und sich gefreut.

00:17:11: Ich hab nun für denen gespielt bis früh um fünf Uhr.

00:17:14: Das ist dir wirklich verdient!

00:17:15: Absolut ja.

00:17:16: Schwer erarbeitet.

00:17:19: Der hat gesagt wir sind nicht so viele Leute hier aus Zwicker kommen.

00:17:22: lass uns doch mal einen Chor gründen.

00:17:25: Du hast wahrscheinlich am meisten eine Ahnung, du musst das dann machen.

00:17:27: Gut, mach ich's halt?

00:17:28: Ja!

00:17:29: Und so ging das los, das waren die Gründungsstunden des heutigen Vokalkonsort Leipzig.

00:17:34: Damals hießen wir noch Legion-Müssissian und das war dann tatsächlich Legion Müsissian.

00:17:40: Das heißt, die jungen Musiker und so wie ich konnte es keiner wirklich gut aussprechen.

00:17:45: Wir sind durchs Erzgebirge gezogen und alle möglichen Pastorinnen und Pastoren haben versucht diesen Namen auszusprechen.

00:17:50: Das war eigentlich der Höhepunkt des Auftrittes schon bevor wir überhaupt tun.

00:17:53: Deswegen haben wir dann diesen Namen irgendwann mal geändert.

00:17:56: aber das hat mir wahnsinnig Bock gemacht, mich um diesen Chor zu kümmern.

00:18:00: Also auch von der Programmierung, von der Konzertorganisation und die Leute zusammenzubringen.

00:18:06: Und dann hat sich das mehr und mehr in Richtung Chorleitung verschoben – und

00:18:13: wie kam es mit dem Gewandhauschor?

00:18:15: Da ist eine Stelle ausgeschrieben!

00:18:18: Wie kommt das?

00:18:19: Zum Gewandhauschor hatte ich schon während meines Studiums Verbindungsgab gab oder gibt die sogenannte Einrichtung der Chor-Praktika,

00:18:27: d.h.,

00:18:27: die Hochschule unserer geliebte HMT hat Verträge mit freien Köhren oder Institutionen analysierten Köhnen in der Stadt Leipzig und dann darfst du dort alle paar Wochen mal hingehen und sozusagen einmal mit einem etablierten Chor proben Unterrichtet, das ist ja das Problem.

00:18:46: Ihr habt eure Instrumente zu Hause oder am Mann und ein Chor haste halt nicht und probst dann vor dem Spiegel und weißt aber nie was löst jetzt welche Bewegung aus?

00:18:53: Das sind immer die Schwierigkeiten beim dirigieren Studium an sich.

00:18:56: Dadurch gab es dieses Chor-Praktikum und ich hatte noch den großen Vorteil dass mein Lehrer gleichzeitig der Leiter damals des Gewandhauschores war.

00:19:06: Und der verließt dann irgendwann das Gewandhaushaus.

00:19:11: Das finde ich interessant.

00:19:12: Also nicht, dass er das verlassen hat.

00:19:13: Es war in gewisser Weise auch interessant ist aber eine andere Geschichte.

00:19:17: und dann dachte ich okay also da würde ich mich bewerben.

00:19:19: Ich bin zwar noch sehr jung Ja Aber ich hatte ihn auch immer schon mal in diversen Proben und auch kleinen Auftritten vertreten.

00:19:24: Und dann hatte auch der kur gesagt du wenn das spruchreif wird dann schick mal was zu und dann Bin ich dahin gegangen?

00:19:32: Dann ging es los.

00:19:33: habe ich irgendwie glück gehabt?

00:19:34: ja Und muss mich ganz ehrlich sagen, du hast gesagt mit in der Pubertät ich habe mich wirklich auch lange damit gequält.

00:19:42: Also kann ich jetzt...

00:19:43: Ja ja also deshalb es ist ein sehr junges Alter für

00:19:46: so eine Position.

00:19:47: Die ersten zwei Jahre dachte ich alle drei vier Monate, oh ich schau wieder auf!

00:19:52: Das sind zu

00:19:52: an sieben und zwanzig.

00:19:55: Du warst gerade im Studium fertig?

00:19:56: Also wirklich gerade fertig.

00:19:58: Ich hatte am Januar noch meinen Konzertexamen Chorleitung gemacht und ich glaube drei Wochen später war die erste Runde ... für die Bewerbung und vier Wochen später oder fünf Wochen später, die zweite.

00:20:08: Und dann da war ich dann alleine auch blöderweise.

00:20:10: in der zweiten Runde war nur ich übrig geblieben ganz doofe Situationen.

00:20:14: Ähm...und dann ja, da habe ich das, da hab' ich da angefangen und bin da so sukzessive reingewachsen und finde im Nachhinein dass sich in der Zeit geht euch sicherlich auch so.

00:20:25: also Hochschule ist alles toll aber das meiste land man eben doch.

00:20:29: Na klar,

00:20:30: erst später.

00:20:30: Absolut!

00:20:31: Ich hab da sehr großen Respekt vor weil wenn ich mir vorstelle du kommst ja mit siebenundzwanzig plötzlich in diesen Apparat es ist ja nicht nur besteht ja nicht aus ich dirigiere sondern es besteht darin dass du ja in irgendeiner Form die diesen Chor hinter dir haben bestehen musst.

00:20:48: also es müssen hinter dir stehen muss die führen können müsst die leiten können im wahrsten Sinne des Wortes plus du hast das Gewandhaus noch als Partner neben dir wo ja auch einige sind die ein bisschen Ahnung haben von Musik.

00:20:59: Und jetzt steht man da als siebenundzwanzigjähriger.

00:21:01: Ich hab bei dir so ein bisschen den Eindruck, du bist der Jürgen Klopp, der klassische Musik.

00:21:06: Ja?

00:21:07: Es gibt Leute wo ich immer von außen den Eindruck habe die haben das intuitiv drauf da einen Zugang zuzufinden auch wenn das sicherlich auch Lehrjahre waren für dich in dieser Zeit.

00:21:20: aber trotzdem deshalb habe ich es am Anfang gesagt dass viele Leute mit denen ich mich unterhalte und sage wir machen was mit Gregor Meyer oder ich kenne Gregor Meyer, die haben sofort einen Strahlen auf dem Gesicht.

00:21:33: Sofort

00:21:34: alle!

00:21:35: Also das ist ganz erstaunlich und du schaffst es also trotzdem zu führen und das zu leiten aber mit einer wahnsinnigen Empathie?

00:21:45: Das ist schön dass du das sagst... Ich denke da is auch sehr viel Try and Error dabei und bis heute gibt's bestimmt auch Leute die immer mal sagen na da hast du mir deine Empathien Gut gespart.

00:22:00: Also wir passieren auch nach wie vor Dinge, wo ich im Nachhinein sage okay war nicht ganz so geschickt.

00:22:05: also das ist die wie du sagst diese... Das musikalische ist das eine oder auch das dirigiertechnische und so weiter und wie man mit Musik an sich umgeht.

00:22:13: aber so dieses ganze Leitungskompetente und die Expertise die man braucht um Menschen von der Sache zu überzeugen das ist eine Sache die man tatsächlich auch erst über die jahre lernt und auch nur lernt wenn man sich mit sich selber würde ich wirklich behaupten auseinandersetzen.

00:22:27: Es ist ja beim gewandhauschor auch so, die müssen ja nicht kommen, sie haben keine anstellung sondern das ist ja für die hobby freizeit.

00:22:34: in dem moment wo es denen keinen Bock mehr macht oder die mich doh finden würden zu sagen ich suche noch mal was anderes oder ich gehe tennis spielen oder ich komme zumindest mal jetzt zum nächsten projekt nicht.

00:22:43: also das heißt Ich merke schon für mich ist es wichtig dass ich die leute

00:22:47: immer

00:22:48: du hast es selbst gesagt hintermich bringe und von der sache Überzeugen muss.

00:22:53: und das ist aber eigentlich eine ganz gute schule weil ich im nachhinein auch denke also mittlerweile arbeite ja auch hin und wieder mit profi gehören zusammen.

00:22:59: Da könnte man jetzt sagen da ist das wurscht, weil die haben ihren vertrag und müssen einfach kommen müssen das machen was von ihnen verlangt wird uns.

00:23:05: am Schluss sind es aber alles menschen und wir verbringen lebenszeit miteinander egal ob im semi kontext oder im profikontext und Die zeit wollen wir uns einfach so schön wie möglich machen und ich glaube dass ist das was mich am meisten antreibt, wir verwüsten Lebenszeit und muss irgendwie nachhaltig.

00:23:23: Möchte ich darauf gerne gut zurückblicken können?

00:23:26: Und das finde ich ein ganz gutes Rezept für mich selbst.

00:23:30: Du bist in Sachsen geworden, du bist nach Leipzig gezogen, hast hier Musik studiert, bist mit Leipziger Musikern und auch mit der Leipzieger Szene verwachsen... ...und leitest jetzt einen Leipzer Ensemble!

00:23:43: Jetzt mal eine so ein bisschen hochgestellte Frage wie klingt Leip

00:23:47: sich?!

00:23:51: Wie klingt Leipzig?

00:23:52: Also

00:23:52: du hast ja auch direkte Verbindungen zum Gewandhausorchester, es gibt sozusagen auch Schnittmengen wo Projekte zusammen eingestudiert werden.

00:24:00: Ich kann mich gut erinnern ich glaube ihr habt die zb Malas

00:24:04: Achte.

00:24:05: Achte auf jeden Fall.

00:24:06: Da habe ich

00:24:06: live gesehen auf jeden fall.

00:24:08: Habt ihr zusammen mit ein Studierter und von Coa auch und noch zwei anderen können.

00:24:16: Es gibt immer wieder Schnittmengen, auch mit Leipziger Ensemble und natürlich mit der Leipzigermusik Szene.

00:24:22: Wie klingt Leipzi für dich?

00:24:25: Ich würde ganz allgemein Sachen beweglich dynamisch auf dem Weg auch divers wobei ich mir immer wünschen würde dass die Diversität also wenn ich jetzt zumindest von meinem Chorsprecher noch wachsen würde.

00:24:42: Also ich finde das Diversitet in unserer heutigen Zeit ein sehr wichtiges Stilmittel ist um auch gesellschaftlich irgendwie was zum Ausdruck zu bringen.

00:24:51: Ich glaube, dass Leipzig immer ein bisschen die Gefahr hat sich selbst zu genügen vielleicht unter vorgehaltener Hand mit größtem Respekt in Richtung Dresden da es unter Umständen noch ein bisschen stärker so als Residenz statt.

00:25:06: Die beiden städte sind ja während er oft miteinander verglichen.

00:25:09: ich glaube das leibt sich durch seine Ja woran mag das liegen?

00:25:12: also durch die Messe letztlich und auch durch die dass hier viel aus dem Bürgertum heraus immer schon gestaltet wurde traditionell.

00:25:20: Sehr viel Interesse nach außen da ist und ich glaube, dass es wichtig, dass wir diesen Schritt immer weitergehen und mutig weiter gehen.

00:25:26: Es ist auch das was ich versuche meinem meinem Kohl immer klar zu machen.

00:25:29: Ich habe das Gefühl, dass wie als Gewandhauskurs ein bisschen hinter den Mauern des Gewandhauses verschwinden und von außen gar nicht so sehr wahrgenommen wird, wie wir zum Beispiel möchten dass Leute mit diversen Background zu uns kommen.

00:25:44: Und ich glaube die Mischung aus Wir haben eine große Tradition Nicht zuletzt durch solche großen Namen wie Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartolio und alle möglichen anderen und aber auch ne sehr breit aufgestellte freie Szene beispielsweise gehört, daraus immer eine gute Mixtur zu machen und sich gegenseitig zu stimulieren.

00:26:05: Das muss eigentlich die Rezeptur dieser Stadt kulturell sein.

00:26:09: Deswegen bin ich auch immer daran interessiert, schräge Vögel wie euch zum Beispiel da mal reinzuholen und das aufzubrechen was tradiert stattfindet.

00:26:18: Ich glaube da würde ich selbstkritisch und auch für die ganze Hochkulturszene sagen – immer noch sehr viel!

00:26:26: Luft nach oben, aber die Offenheit dafür würde ich trotzdem für die Stadt Leipzig und die Kulturszene unterschreiben.

00:26:32: Wir haben hier schon eine Folge gemacht in diesem Podcast über klassische Musik Und wir haben dich als sehr positives Beispiel In der heutigen Zeit Für klassische musik dort angesprochen Weil du jemand bist der aus diesen Kontext natürlich agiert heraus und auch Aus diesem background kommt Aber jemand ist der das aufbricht Ja und im Prinzip ganz, ganz neu denkt.

00:26:54: Also ich hab mal geguckt was du alles schon gemacht hast... Um nur ein paar Sachen zu denen, du hast natürlich mit Martin Kohlstedt zusammengearbeitet.

00:27:03: Wo auch die Grenzen zwischen Improvisation und Komposition sich überschneiden.

00:27:08: Ähnlich wird auch unser Konzept sicherlich sein ne?

00:27:11: Du hast einen Projekt gemacht in TubeBrew to RaidCharles.

00:27:15: Die Volkslieder von Friedrich Selcher im neuen Gewand mit Lade Passage.

00:27:19: Sag wenn was nicht stimmt ne?

00:27:20: Sysoquilorelle Projekte Schlachtfeld der Seele Mit Bundeswehrsoldaten Und Der Stimme Krieg Mit Überlebenden des Zweiten Weltkriegs Bach Bars-Marcus-Passion mit barrierefreien Zugang für Gehörlose und musikalisch literarische Programme Apokalypse.

00:27:34: Und die Leiden des jungen Brahms, mit Katharina und Anna Talbach.

00:27:38: Also es gibt... das zieht sich so ein bisschen durch deine Biografie.

00:27:42: Das ist auch ein ganz inspirierender Blick den wir da auf dich haben weil ich so das Gefühl habe du findest Also du hältst diese Musik lebendig und du bespielst plötzlich neue Räume, unser Auftritt wird auch im Museum der bildenden Künste sein.

00:27:56: Und eben nicht im Gewandhaus oder in der Kirche sondern plötzlich an diesem Ort.

00:28:01: Du guckst einfach über die Grenzen dieser klassischen Musik hinaus und bringst auch die Gegenwart damit rein.

00:28:07: ich kann mich erinnern du hast gerade noch ein Projekt gehabt mit dem Pianisten Philipp Rumsch.

00:28:14: Woher kommt das?

00:28:16: Ich finde es wahnsinnig inspirierend, weil ich immer das Gefühl habe, wenn wir miteinander reden ist so ein Ding.

00:28:23: Man fühlt sich zueinander hingezogen und das hab' ich ehrlich gesagt nicht mit so vielen klassischen Musikern.

00:28:31: Ja also eigentlich hast du's schon selber sehr gut beschrieben und beantwortet diese Antrieb in der Gegenwart zu kontextualisieren.

00:28:41: Also wir haben ja dieses Phänomen, dass die Verankerung der zeitgenössischen Musik als zentrales Kulturgut in einer Kulturwelt und in einem Konzertwelt eigentlich mit dem Übergang zum zwanzigsten Jahrhundert endet und seitdem oft die Gefahr da ist das wir musial verwalten.

00:29:03: Tolle Museums Exponate gar keine Frage, aber die Gegenwart Musik rückt ja leiden aus verschiedenen Gründen oft eher in den Hintergrund und ich bin jetzt auch niemand der sagt wir können nur gegenwärtsmusik spielen.

00:29:18: ganz im Gegenteil.

00:29:19: Ich finde schon dass eben das was wir aus dem früheren Jahrhunderten Lernen von den alten Meistern natürlich wahnsinnig toll unterhaltenswert ist.

00:29:26: Aber ich finde immer, dass es notwendig ist das irgendwie zu übersetzen in das was unsere heutige Zeit angeht.

00:29:32: also das würde nicht nur sagen der Bach hat aber schöne Musik geschrieben deswegen führen wir's auf sondern wie können wir versuchen diese Texte zeitlos zu präsentieren und für uns eine Lesart zu finden?

00:29:43: Ich glaube das treibt mich an weil sonst wäre es nur so ne hätte ich Sorge Vielleicht ist es auch übertrieben, aber dass man aus einer Selbstgefälligkeit oder weil man sagt wir spielen diese Musik so toll.

00:29:54: Oder singt sie so toll und das muss doch reichen Weil die musik ist ja spricht für sich manchmal tut sie das aber manchmal eben auch nicht.

00:30:00: Und ich finde gerade in so einem da kommt noch dazu dass wir hier in der stadt mit dem wahnsinnig hohen Kulturangebot sind Ja und Es auch so gewissen Wettbewerb unter den Gruppen gibt, denen ich wahnsinnig positiv finde.

00:30:14: Der findet ja auch auf einer sehr kollegialen und wertschätzenden Ebene statt.

00:30:17: Das kann nicht jede Stadt von sich behaupten.

00:30:19: aber das treibt natürlich an zu sagen wir möchten schon auch etwas Solitäres und Besonderes machen und dass es irgendwie... Auch da wieder nachhaltig hängen bleibt was man bei unserem Konzert erlebt hat.

00:30:31: also dann berührt ist mich als Dirigent auch den Chor und dann eben auch das Publikum, weil ich glaube dass läuft ja viel über Spiegelneuron.

00:30:41: Das kennt ihr ja auch, dass man das Publikum im positiven Sinne mit der eigenen Stimmung manipuliert.

00:30:48: Wir hatten beispielsweise vor zwei Jahren ein Akapella-Bogramm mit Motetten von Brahms

00:30:53: Bach

00:30:54: Mendelssohn wenn wir das erst mal hört denkt man ist es bestimmt schon zehntausendmal gegeben.

00:31:00: Und wir haben das dann kontextualisiert unter dem Titel Wege zum Kreuz und haben im Prinzip den Leidensweg von Jesus mit dem eigenen Leidenzwerg Weg, den Stufen des Sterbens verknüpft.

00:31:11: Also auch Jesus als Mensch nicht als Teil einer Gottheit sondern als Mensch.

00:31:17: was sind ihm für Todesängste vermutlich gekommen?

00:31:20: Da gibt es ja auch Bibelstellen die man da zuordnen kann und dass sozusagen mit den fünf Phasen des Sterben kombiniert die Motetten zugeordnet und haben dann im Prinzip diese Fragestellungen des eigenen Leben betreffend eingeblendet, ohne dass wir es zerredet haben.

00:31:34: Aber es hatte dadurch für uns alle eine ganz andere Fallhöhe und wurde für uns persönlich auch greifbar.

00:31:42: Und das hat sich tatsächlich gut aufs Publikum übertragen.

00:31:45: Und da spreche ich mich die Leute heute noch an.

00:31:47: Obwohl's unterm Strich nur ein Konzert mit Motetten von Brahms und Mendelssohn war.

00:31:55: Mir geht es tatsächlich so.

00:31:56: Meine Kollegen kann mich eigentlich immer fragen, wann haben wir dieses und jenes Konzert gemacht innerhalb der letzten zwanzig Jahre?

00:32:01: Ich kann ja das eigentlich fast immer auf einem zumindest auf dem Monat genau sagen also nicht nur die Spielzeit sondern monat weil ich selber solange auf so ein konzert hin lebe gedanklich und dann das konzern selber dadurch auch eine sehr große besonderheit hat.

00:32:16: und dass finde ich das ist eben das was ich meine mit Wir schaffen mit den konzerten die wir machen für uns auch bleibt und was wir im Herzen tragen.

00:32:24: Das erfreut mich persönlich.

00:32:27: Nee,

00:32:27: das kommt absolut an!

00:32:28: Also ja... Seit

00:32:29: Jahrtausenden singen Menschen zusammen in Gemeinschaft einzeln, vorm Feuer trommeln alles Mögliche.

00:32:36: Was ist das Geheimnis an Sing?

00:32:40: Oh, das ist

00:32:40: eine sehr

00:32:41: große Frage.

00:32:42: Also erstmal glaube ich dass Musik im Allgemeinen Neben der Sprache, die menschliche Kommunikationsart schlechthin ist.

00:32:50: Ich glaube man weiß auch mittlerweile dass das rein evolutionär aus der gleichen Wurzel kommt.

00:32:55: also man tritt miteinander in Kontakt Auch wenn du selbst wenn du nur für dich übst Machst es wie ein Selbstgespräch Mit anderen Ebenen aber noch als jetzt die pure Sprache.

00:33:09: vielleicht kann Ich glaube, dann hat Musik was sehr ritualhaftes.

00:33:13: Was eben früher stattgefunden hat mit dem Trommeln und ums Feuerrennen – das ist heute unser Konzert!

00:33:18: Also Menschen wollen zusammenkommen, um etwas zu erleben.

00:33:25: Und was mich immer fasziniert, dass gerade in der Musik eigentlich sehr physikalische Gegebenheiten als Regelwerk dem zugrunde liegen also ob es jetzt die Obertonreihe oder die Harmonielehre ist.

00:33:38: Dass wir aber mit diesen physikalischen Skills und Tools Emotionen bewegen, finde ich absolut krass.

00:33:46: Ja!

00:33:46: Und fast nicht zu erklären.

00:33:48: Aber diese Ganzheitlichkeit von... Also früher bei den Griechen waren es ja diese siebenfreien Künste die ihr kennt.

00:33:55: das alles also diese Linke-und Rechte Seite ist fast wie linke und rechte Gehirnhälfte.

00:34:00: dass das so ineinander greift finde ich faszinierend.

00:34:03: deswegen glaube ich auch egal was die KI die Elektronik uns alles noch abnimmt.

00:34:11: Dieses Moment von, wir treten direkt miteinander in Kontakt als Musikerin und Musiker auch vor einem Publikum oder mit einem Publikum das wird immer bleiben.

00:34:21: Und es finde ich sehr relevant und unglaublich tröstlich.

00:34:26: Gregor!

00:34:27: Wir kommen zur nächsten Kategorie.

00:34:29: Jetzt kommen wir zur Kategorie, was ich dich schon immer mal fragen wollte.

00:34:33: Und du darfst uns auch gleich eine Frage stellen?

00:34:36: Ja!

00:34:36: Aber...

00:34:37: Ich habe eine Frage mitgebracht und wenn man sich anfängt mit dir zu beschäftigen stößt man eben auch auf Leidenschaften die nichts mit Musik zu tun haben.

00:34:48: Und ich bin oft die deine große Leidenschaft gestoßen was die Eisenbahn angeht.

00:34:54: Deshalb wäre meine Frage an dich Was hat's damit auf sich?

00:34:58: Wie kommt das und was findest du so faszinierend an Eisenbahnen.

00:35:01: Das ist eine Frage, über die ich tatsächlich oft nachdenke.

00:35:04: Ich meine es ist natürlich jetzt kein vom Himmel gefallenes Hobby wo man denkt, was ist das denn?

00:35:09: also wir wissen ja dass es vielen Menschen so geht, dass sie sich dafür irgendwie begeistern können auch aller Geschlechter.

00:35:19: da gibt es ja verschiedene Einstiegs-Ebenen in dieses Hobby.

00:35:24: Manche interessieren sich für Maschinen also für die D-Logs oder für die ganze Technik, die dahinter steht.

00:35:31: Ich glaube auch hier tatsächlich was ich mich am meisten begeistert sind Die Verbindungen.

00:35:36: ja also dass dieses absurde Phänomen das ich war neulich mit meiner Familie über Ostern in Rom Und wir sind mit einem Zug hingefahren.

00:35:46: Mit dem Nachzug, ein Traum...

00:35:47: Aber wo kann man mit dem Nachzug fahren?

00:35:49: nach oben?

00:35:49: Ab München fährst du und dann fährste durch den fast an das lovinischen Grenze vorbei über Bologna.

00:35:54: Ja genau!

00:35:55: Es ist traumhaft schön.

00:35:56: die österreichische

00:35:57: Bahn Rona.

00:35:57: Das

00:35:57: will ich ja sofort machen.

00:35:59: Ach toll!

00:35:59: Also kann ich sehr empfehlen.

00:36:01: Aber diese absurde Feststellung dass auf einen Millimeter genauen Abstand von thousand vierhundert fünfund dreißig Millimetern zwei Stahlstränge so verlegt sind, dass ich damit in großer Ruhe von Rom bis nach Leipzig aber auch bis nach Kopenhagen und sonst wohin fahren kann.

00:36:24: Das macht mich an, muss ich ganz ehrlich sagen.

00:36:27: Und wie das so ineinander greift mit weichen Systemen

00:36:31: etc.,

00:36:31: also ich habe eine große Leitenschaft für Strecken.

00:36:33: Ich bin ne zeitlang auch mal stögelegte Bahnstrecken abgewandert komme ich momentan leider nicht so richtig dazu.

00:36:38: Aber da auch zu sehen was ... ein Kopfkino in mir entsteht, wenn ich da durch irgendwelche... ... Birken bewachsenen Schwellenanlagen steige.

00:36:48: Das finde ich einfach ganz großartig.

00:36:50: Also ich glaube tatsächlich ist es eine diese Frage von Verbindung.

00:36:53: Wahnsinn!

00:36:54: Aber du bist jetzt nicht Typ Modelleisenbahn?

00:36:56: Also hast du jetzt

00:36:57: oder hast du so was...?

00:36:57: Nee also ich bin technisch wahnsinnig unbegabt.

00:37:01: Hab das zwar immer mal vor gehabt aber habe mich dann nicht ran getraut.

00:37:04: vielleicht mache ich das dann mal irgendwann wenn ich... Ja ... alt bin.

00:37:09: Es wird ja hoffentlich irgendeine Stadt finden, aber eher ... Nee, Modell-Asenbahn ich spiel's gern und guck mir das auch gerne an... Aber es ist nicht so dass es mich anhieb, dass ich denke, das muss ich unbedingt haben.

00:37:20: Das ist ein wahnsinnig teures Hobby und so.

00:37:22: Ich hab noch eine alte Modellasenbahn rumstehen aus meiner Kindheit, da können wir uns mal treffen, dann bauen wir die mal auf!

00:37:28: Steht ihr ins Bikau?

00:37:29: Nee, die noch einen plauen.

00:37:30: Aber die hole ich für uns nach Leipzig, sag'

00:37:33: ich dir.

00:37:33: Sagt er schon seit sechs Jahren?

00:37:34: Ja, aber das hat so ein Grund mehr!

00:37:36: Für Gregor wird es tun, da gucken wir uns die Logs mal

00:37:38: an.

00:37:39: Ich rufe dich an... Nein, aber jetzt frag ich nicht die Log.

00:37:44: Oder wenn du so eine Log siehst...?

00:37:46: Also Dampflogs finde ich toll.

00:37:49: Auch überhaupt historische Züge, finde ich, sprechen mich mehr an.

00:37:53: Ich hatte einen guten Bekannten, der ist leider schon gestorben und war sehr alt geworden.

00:37:56: Der war Bahnhofsvorsteher in Böhlen.

00:37:58: Er hatte in den siebziger Jahren dort ... Also jetzt ihr kennt Böhnen vielleicht?

00:38:02: Also kein Mensch arbeitet mehr auf dem Bahnhof.

00:38:04: Doch einer sitzt glaube ich im Stellwerk weil es da so ein Industrieanschluss gibt zu seiner Zeit.

00:38:08: Der Warbahnhofsvorspieler hat dort hundertachzehn Mitarbeitende und er hat irgendwann manchmal gesagt, Gregorot, das was wir heute erleben bei der Bahn!

00:38:17: Das hat mit der Eisenbahn eigentlich nichts mehr zu tun.

00:38:20: Und ich wusste genau, was er meinte!

00:38:21: Also das, was wir auch so ein bisschen natürlich verklären mit der ganzen Romantik und dieser Fernweh dem Verreisen... Ich weiß noch damals, wenn meine Eltern mit mir von Zbicka nach Leipzig gefahren sind im Zug, hieß es Wir-Verreisen.

00:38:38: Das ist aber eine Reise.

00:38:39: Heute ist es ne S-Bahnverbindung, die Fünf X und das ist wie Busfarmen.

00:38:43: Also das hebt mich eigentlich nicht so sehr an, sondern es ist eher dieses Altig ... Im Nachzug hat man das noch, finde ich.

00:38:49: Das ist ein Reisegefühl.

00:38:51: Ich hab mir deswegen auch ... So kamst du vielleicht drauf letztes Jahr zu meinem Geburtstag der völlig unrund war.

00:38:56: Aber wenn man nie weiß, wie lang man lebt, habe ich alle meine Bekannten aus irgendeinem Grundwort ja nicht dabei?

00:39:02: Also muss ich das wahrscheinlich nochmal wiederholen.

00:39:04: zusammengetrommelt haben gesagt, Den ganzen Tag mit dem Zug durch die Gegend fahren und hab dann hier den Museumsverein in Leipzig, Plakwitz angequatscht.

00:39:13: Und da sind wir dort einen ganzen Tag ... mit der Dampflok ins Erzgebirge und wieder zurückgefahren.

00:39:19: Nein!

00:39:20: Ja ja, ich

00:39:20: hab

00:39:21: das Video gesehen.

00:39:22: Da schließt sich auf der Reise, da kam sogar die Bergmannskapelle aus Johann Georgstadt eingangs erwähnt.

00:39:28: Die hat mir dann die Klarinette in die Hand gedrückt jetzt noch regelmäßig darauf angesprochen, von vielen die Sachen.

00:39:39: Das war der schönste Tag im letzten Jahr und es war wirklich so.

00:39:41: Es

00:39:42: ist ja großartig,

00:39:43: weil sorry dass ich unterbreche aber es gibt noch solche alten Strecken auch also die und auch noch alte sozusagen alte Waggons.

00:39:51: Ich bin letzte Woche erst mit einem alten Waggon über München auch nach... Wo war ich denn eigentlich?

00:39:57: Florenz und Sienna gefahren?

00:40:00: Und es gibt doch solche alten Strecke auch über Dresden nach Prag Nach Budapest

00:40:04: in

00:40:06: noch Strecken, wo du mit alten Zügen und alten Waggons fahren kannst als teilweise aus den Achtzigern.

00:40:12: Da hast du noch dieses alte Gefühl.

00:40:14: Am schönsten ist ja eigentlich der Übergang von Waggon zu Waggon.

00:40:19: Richtig!

00:40:19: Das ist der... Genau

00:40:21: das ist eigentlich der schönste Moment mit oder wenn du beim Klo gibts ja manchmal solche Löcher unten noch wo du

00:40:27: durchkuckst

00:40:28: und du

00:40:29: siehst noch die Fahrbahn.

00:40:31: Das heißt man die Toiletten auf dem Bahnhof traditionellerweise nicht benutzen?

00:40:35: Genau, das weiß

00:40:36: halt schon gar keiner mehr.

00:40:37: Ja genau und es gibt noch diese Nostalgie darin und ich weiß nicht ob du das auch mitbekommen hast.

00:40:44: aber es gab früher so ein Computerspiel der Orient Express Das habe ich leidenschaftlich gerne gespielt.

00:40:49: da ging's darum eigentlich nur durch Klicken herauszufinden wer der Mörder war Und du hattest immer dieses Geräusch von

00:40:58: Dittum Die Schienenstöße.

00:41:03: Wenn das noch jemand kennt und dieses Geräusch nachempfinden kann, hat das was total beruhigendes ganz stark ist.

00:41:10: Und du weißt automatisch wie es riecht in dem Waggon, was es macht, was du gegessen hast, wie es kriegt wenn du das Ei auspackst... Die

00:41:18: kalte Rustschnitte!

00:41:22: Da kommen Erinnerungen hoch und ich habe keinen ganz viel damit anfangen.

00:41:28: Und das Interessante an Bahnfahren ist ja die Zeit die man hat?

00:41:31: Und dass es im Ausland noch toller ist, die Restaurants teilweise gibt.

00:41:35: Wo selber noch gekocht wird.

00:41:36: So ist es genau.

00:41:38: Das ist das Interessante im Auslands.

00:41:39: Also gerade in Ostblockstaaten wird ja noch im Waggon gekochen.

00:41:43: Da

00:41:43: wird nach Prag Hürste im Speisewagen wie das Schnitzel

00:41:46: geklappt werden.

00:41:47: Guck mal wenn du gut, dass du da bist.

00:41:49: jetzt habe ich Lust auf Bahn fahren und Motette.

00:41:53: Guckt mal!

00:41:54: Das ist eine gute Kombi.

00:41:56: Mit kommst du durchs Leben?

00:41:57: Jetzt

00:41:57: haben wir eine Frage sozusagen an dich gerichtet.

00:42:01: Jetzt kommt eine Frage sozusagen an uns.

00:42:03: Hast du da was mitgebracht, was du unbedingt schon mal immer von einem Klavier und Saxfondur wissen wolltest?

00:42:08: Ich habe ganz viele Fragen und viele die ihr möglicherweise schon oft beantwortet habt.

00:42:14: Ja

00:42:14: man kann damit Geld verdienen!

00:42:15: Ich gebe euch zwei und wir können dich raus suchen.

00:42:19: Ihr könnt nicht etwas raussuchen.

00:42:20: Erstens hab ich mich gefragt, ihr bezeichnet euch als Duo.

00:42:23: Wo ist für euch Definitions... Definitionen der Unterschied zwischen Duo und Band?

00:42:31: Ja.

00:42:33: Und ihr habt eine wahnsinnig hohe Auftrittserfahrung über die vielen ... ja, das ist wirklich sehr beachtlich.

00:42:40: Seid ihr trotzdem hin und wieder noch nervös?

00:42:45: Und habt ihr ein Ritual bevor er auf die Bühne geht?

00:42:48: Das sind schöne Fragen!

00:42:49: Das kann man auch alles schneller antworten finde ich, Antonio Wie geht's dir?

00:42:52: Warum sind wir an du und keine Band?

00:42:55: Oder wann geht ne Band los für dich?

00:42:57: Also nicht geht nem Band los ab drei.

00:42:59: Ja, für mich auch Und ich glaube, es hat eher was mit der Art und Weise zu tun wo wir herkommen.

00:43:04: Wir kommen aus der Klassik haben Jazzmusik gemacht und als wir mit dem Duo angefangen haben war's eigentlich eine Phase wo wir uns mit Schönberg beschäftigt haben in Alban Berg und ja und mit Opus Elf von Schönberg und erster Nationalmusik.

00:43:19: und so klang auch unsere ersten Aufnahmen.

00:43:22: Also, die haben nichts mit unserem Du jetzt zu tun.

00:43:25: Das wusste ich gar nicht.

00:43:26: Können wir die mal mitgeben?

00:43:28: Ja, unbedingt!

00:43:29: Und

00:43:30: Zugabe im Bildermusik.

00:43:32: Es gibt sogar eine Winterreise, die wir geschrieben haben... das ist so ein Zyklus.

00:43:36: So drei kleine Songs, da war unsere Winterreisen damals ganz geprägt von klassischer Musik, was wir gemacht haben und ich weiß auch noch viel, was sich für Solopiano mir beigebracht hat oder zum Begleiten Habe ich nicht über Jazzmusik gelernt, sondern weil ich mir dieses Liederbuch geholt habe von Schubert und von Schumann.

00:43:54: Und einfach geguckt hab was diese Typen gemacht haben und vor allem was die linke Hand gemacht

00:43:57: hat.

00:43:58: Weil darum geht's das war der Schlüssel.

00:44:00: Deswegen ein Duo.

00:44:01: Das ist der Ursprung gewesen.

00:44:04: wenn man uns zwei Jahre später gefragt hätte hätten wir uns niemals so genannt.

00:44:08: Weil es nichts mehr damit zu tun hättet dann wäre es ein Brand gewesen oder wäre es SL oder keine Ahnung was geworden wär ne?

00:44:14: Deswegen du nächster Punkt.

00:44:17: Dein nächster Punkt war wegen der Aufregung, nicht wahr?

00:44:19: Genau.

00:44:20: Es passiert... es ist tatsächlich wahnsinnig viel Routine dabei und es ist auch ein großer Unterschied finde ich immer wenn man was macht oder es geht ja immer um unsere Musik die wir selber geschrieben haben.

00:44:30: Und da merke ich sowieso dass die Aufregungen eine ganz andere sind weil es eigentlich wirklich um etwas gehts was wir selber geschrieben haben und wenn ich mich verspiele bleibt das meine Komposition immer noch.

00:44:41: Es gibt trotzdem Momente wo wir aufgeregt sind und ich kann dir auch sagen der zwanzigste Juni wird so einen Tag sein.

00:44:47: Ich genieße das auch sehr, weil nichts ist schlimmer in diesem kreativen Prozess als Zufi-Routine.

00:44:54: Dass man sich dann irgendwann entdeckt und denkt ja komm heute wieder das... Das ist nicht gut irgendwie!

00:44:58: Und was uns frisch hält ist tatsächlich die unterschiedlichen Bühnen, weil wir spielen ja wirklich von der Disco bis zum Indie schuppen Bis zur großen Konzertbühne ist irgendwie alles dabei und die Mischung macht es tatsächlich, um wirklich nicht einzurosten.

00:45:13: Und weil trotzdem sich jeder Abend oftmals anders anfühlt einfach, weil ein ganz anderes Raum und Leute empfinden da ist.

00:45:20: Genau

00:45:20: das Publikum ist offizierend.

00:45:22: Was uns aber immer wieder gut tut, ist das Fahrwasser zu verlassen.

00:45:24: also egal ob wir dann mal mit einem MDR Sinfonieorchester zusammengespielt haben oder eben jetzt unsere Zusammenarbeit Das sind die Momente wo's dann wieder richtig kribbelt muss ich sagen so.

00:45:37: Es kommt auch noch mal dazu so ein Heimspiel.

00:45:40: Gerade wenn man weiß, ist nach wie vor so ... Ich weiß, wovon du sprichst!

00:45:43: Wo

00:45:43: die und

00:45:43: Fadi sind da... Ist es nach wie Vor so?

00:45:46: Das natürlich, wenn Leute da sind, die einen besonders gut kennen, dass die Aufregung steigt.

00:45:52: Ja sehr sympathisch.

00:45:54: Was war die letzte Frage?

00:45:56: Ritual.

00:45:56: Ritural?

00:45:57: Haben

00:45:58: wir nicht.

00:45:58: Doch

00:45:58: Sascha geht nochmal kurz davor auf Toilette.

00:46:00: Ja klar,

00:46:01: besser als nichts.

00:46:03: Habe ich

00:46:04: schon mal erklärt, die Toilette ist für mich ein großer kreativer Ort weil es ist ja überall gewusel.

00:46:09: Aber auf der Toiletten ist ruhig und deshalb ich gehe manchmal auf die Toille wirklich um mich nochmal diese eine Minute zu sammeln Also um wirklich noch mal zu sagen, wo bin ich und im Moment anzukommen.

00:46:20: Darum geht's ja!

00:46:20: Und deshalb ist eine Bühne auch so schön.

00:46:22: aber es kann auch brutal sein wenn du merkst kommst überhaupt nicht in diesen moment rein und Deshalb ich komme in diesem moment auf Toilette so blöd wie das klingt.

00:46:29: Aber das is der einsamste ort in dem moment und den brauchst du zumindest für ne Minute.

00:46:32: Es ist wunderbar genau also menschlich.

00:46:35: Ja dass vielleicht mein Ritual

00:46:36: Das wird die KI nie verstehen.

00:46:38: Nein!

00:46:39: Deine KI muss nicht... Die sagt nicht eh Sie sagt nicht U und die geht auch nicht auf Klo.

00:46:44: Aber wir haben die nächste Kategorie, und die heißt... Die

00:46:47: Törkola Quatsch!

00:46:48: Lass doch unseren Gast unterlassen.

00:46:49: Wir sind schon weit vorangeschritten, ich wollte nur gucken wie viele Fragen wir drin

00:46:52: haben.

00:46:52: Dann behalten das kurz?

00:46:54: Wir haben hier eine Box, da sind einzelne Fragen, die wir unterschiedlich...

00:46:58: Möglicherweise sind

00:46:59: jetzt... Jetzt

00:47:00: ist Zeit für plakativer Antworten.

00:47:02: Jetzt auf den Punkt.

00:47:03: Oha, jetzt mögliche Spezialität.

00:47:06: Ich soll es vorlesen.

00:47:06: Ja klar.

00:47:07: Jetzt mögliche spezialitäten.

00:47:08: Wie sieht's da aus?

00:47:10: Was meinen die jetzt, welche ich kenne?

00:47:12: Was magst du da?

00:47:14: Tatsächlich eher aus dem Vogtland.

00:47:16: Ja werdet ihr euch freuen?

00:47:17: Die Buttermilchgätzen!

00:47:19: Was ist das?

00:47:20: Leute macht mich nicht alle.

00:47:21: Das ist eigentlich so ein Reibekuchen.

00:47:25: also du musst so ähnlich wie beim Kloß... Ich hoffe ich erzähle jetzt kein Quatsch.

00:47:30: Ich muss dann meine Mutter noch mal fragen.

00:47:32: Gekochte und Rohekartoffeln reiben und mischen Dann mixte du das Ganze mit Buttermilch Bringst das in eine Pfanne mit Speck, Speckwürfeln und dann wird es gebacken.

00:47:43: Wow!

00:47:45: Ach du meinst Bambel?

00:47:46: Also ich kenn's als de Buttermilchketzen.

00:47:48: Ja,

00:47:49: Buttermilchsketze.

00:47:49: Das sind die Teile,

00:47:50: das probier ich auch.

00:47:52: Stollen ist natürlich auch gut aber da werden jetzt die Dresden aufschreien.

00:47:56: Die Leipziger auch.

00:47:58: also gut geschenkt.

00:47:59: Grüne Kliess?

00:48:01: Aber es ist nicht so, dass ich sage, das geht nicht ohne.

00:48:04: Weihnachten zum Beispiel ist ja immer eine Säubhochstelle.

00:48:07: Ich weiß nicht wie's bei euch ist.

00:48:08: Bei uns gibt's immer Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen und dann zum Nacht zwischen Obstsalat.

00:48:14: Das ist auch glaube ich nichts typische Erzgebirge.

00:48:17: Die Ärzte-Gebürger machen eher ein kleiner La.

00:48:20: Da bin ich weit.

00:48:21: Nee, das ist mir zu entfängt.

00:48:23: Das Thema hat man auch schon ... Also ich hab keine Rituale, du hast Ritua alle.

00:48:27: Freude!

00:48:28: Es geht weiter hier... Leitungswasser oder abgefülltes Wasser?

00:48:40: Gute Frage.

00:48:41: Leitungsswasser.

00:48:42: Sehr gut, haben wir es geklärt!

00:48:44: Tatsächlich ja, aber man muss ein bisschen aufpassen legionellen.

00:48:47: Wollte ich gerade sagen...

00:48:49: Es gibt relativ preiswert diese Filterkanten wo man einfach Leidungswasser reintut.

00:48:52: dann filtern die das so ein bisschen.

00:48:54: Hab' ich jetzt?

00:48:55: Ich find's ja immer und trotzdem... Wohl sein.

00:48:58: Ich hoffe, das bleibt Traum.

00:49:00: Der ganze Gehirn

00:49:01: liegt

00:49:01: auf Boden!

00:49:02: Genau, ich hab schön genießen.

00:49:04: Gut ingeniert.

00:49:05: Ähm... nicht wollte nichts weiter hinzufügen?

00:49:08: Das ist alles gesagt.

00:49:10: Hier nächste Frage.

00:49:14: Das hab ich nicht, ich hab's nicht

00:49:15: gemacht.

00:49:15: Nee!

00:49:15: Ich hab das ...

00:49:18: Das Gedanke kam ja, als ich festgestellt habe, dass ihr beide Geburtstage habt mit berühmten Opernkomponisten.

00:49:24: Ich weiß nicht,

00:49:25: ob ihr es wusstet?

00:49:26: Mit wem hast du, Antonio?

00:49:27: Du

00:49:27: hast mit Murzart und Christoph Willibald Klug.

00:49:30: Nein

00:49:30: wirklich?!

00:49:31: Aber ich bin da ... Ich hab keine Ahnung mehr.

00:49:35: Ich dachte bloß, weil ihr habt schon die Affinität zum Herrn Pellensäulischen.

00:49:40: Und zum Geschichten erzählen sowieso.

00:49:42: Ähm... Denk mal drüber nach.

00:49:45: Ich würde

00:49:46: das nicht

00:49:46: ausschließen, Antonio!

00:49:47: Guck mal, Opa?

00:49:47: Ich

00:49:47: wurde immer mal gefragt ob ich nicht endlich mal ein kindermusicales Kindermusical machen könnte.

00:49:52: Ja, das ist dann schon der Entgegner.

00:49:57: Davor noch die Opa.

00:49:58: Nee, aber ich würde das gar nicht so verweilen.

00:50:01: Ich meine, so eine Opa, das würde schon passend.

00:50:02: Guck Mal, es groß ...

00:50:04: Ich weiß, was da alles dran hängt.

00:50:07: Das ist ja auch du-

00:50:09: Da kommt so ne ganz lange Aree hier über Alsaxophon

00:50:12: ...möglicherweise.

00:50:14: Ich finde vielleicht Popa den falschen Begriff, da würde ich den Begriff noch mal vorher klären.

00:50:19: Vielleicht Sing-Spiel?

00:50:22: Sing-Spiel!

00:50:23: Das ist ein Singspiel.

00:50:26: Gibt es nicht in Blauen so was wie ein weißes Rössel oder sowas?

00:50:29: Oh, das ist so gut.

00:50:31: Kannst du nicht irgendwie gekneiden... Nein

00:50:33: aber ich fühle halt gar nichts mit Heimat drin und dann plötzlich mit Slengen.

00:50:40: Ja, ID.

00:50:41: Was ist das?

00:50:41: Das ist ja kein Vogelindsch!

00:50:44: Nächste Frage!

00:50:47: Was haben wir hier?

00:50:48: Ein extra Schnipsel... Was müsste passieren, dass ihr Sachsen verlasst?

00:50:56: Also ich kam so drauf weil es eine Gemeinsamkeit von uns, wenn ich das richtig sehe.

00:50:59: Du warst mal in den Staaten für ein paar Monate.

00:51:01: Paar

00:51:01: Wochen

00:51:02: über einen ganzen

00:51:02: Sommer.

00:51:03: Wir sind alle sächssisch sozialisiert und Sachsen geboren und eigentlich überleibt sich nicht hinausgekommen.

00:51:10: Was ich sehr sympathisch

00:51:11: finde,

00:51:12: aber was schon eine Besonderheit ist und ich mich... Ich dachte, ich frage es einfach mal!

00:51:16: Ich muss jetzt gar keine politische Geschichte werden?

00:51:18: Aber darf's natürlich auch.

00:51:22: Mir ist es ganz wichtig in der Nähe der Familie zu sein.

00:51:24: Also ich möchte nicht zu weit weg von meinen Eltern sein also ich möchte die nach einem halben oder anderthalben zwei Stunden erreichen Und es hat irgendeinen Hintergrund, dass das Vermehr klappen muss.

00:51:38: Ich fühle mich hier zu Hause und das ist ein wahnsinnig wichtiger Punkt!

00:51:42: Ich fühl mich auch in anderen Regionen zuhause – also in Italien ganz klar.

00:51:47: Ich war vor paar Wochen erst im Wien.

00:51:49: ja ganz klar tolle Stadt geil kann man leben aber hier ist zu Hause Und zu Hause ist ein ganz, ganz wichtiges Gefühl.

00:51:57: Wichtiges Sicherheitsankau.

00:51:59: Dann geht man auch gerne auf Reisen, wenn man weiß, wo man ihn gehört?

00:52:01: Absolut!

00:52:03: Weil wir ja alle gerade Familien haben... Wir haben vor dem Podcast darüber gesprochen.

00:52:07: Bisher auch Vater von drei Kindern und diese Lebensphasen der wir jetzt sind hat viel mit diesem Wurzelschlagen zu tun und verankert sein.

00:52:16: Wir haben unser komplettes soziales Umfeld hier nicht nur wir persönlich sondern unsere Kinder, unsere Familien.

00:52:24: Deshalb ist es tatsächlich eine Frage die gerade in weiter Ferne ist also vielleicht weiter weg als jemals zuvor.

00:52:30: Ich bin mir aber auch sicher dass das irgendwann sich mal wieder ändern kann und wir müssen natürlich gucken wenn es das Duri Stile Lukachi weiter gibt dann sollten wir uns zumindest an einem halbwegs gleichen Standort befinden.

00:52:44: Ja es geht gar... In

00:52:46: den nächsten Jahren geht es gar nicht anders.

00:52:49: Da müsste

00:52:49: man dann wirklich sagen, wo geht man zusammen hin?

00:52:52: Du

00:52:52: musst mal gucken, Antonio!

00:52:53: Und ich muss trotzdem sagen ... Das weiß man immer erst, wenn die Momente da sind.

00:52:59: Aber ich will nur einmal sagen, ich glaube, im Jahr für die Olympischen Spiele haben wir uns in einem geschichtlichen Rad befinden und hundert Jahre später wieder das Gleiche tun, dann steige ich aus.

00:53:21: Das kann ich schon mal sagen.

00:53:22: Dann bin ich weg!

00:53:23: Und dann ist es auch nicht nur Sachsen sondern... Genau.

00:53:25: Aber was heißt, bin ich weg?

00:53:27: Da muss man ja erst recht eigentlich da

00:53:29: sein... Also erstmal wollte ich sagen schade dass eure Zuhörerinnen gerade nicht gesehen haben wie schön Antonio gelächelt hat als du über die Zukunft eures Duos gesprochen hast.

00:53:38: Das ist wirklich zu Herzen!

00:53:40: Nicht sehr abgeholt

00:53:41: finde ich.

00:53:41: Ich will den letzten Punkt aufreifen.

00:53:43: wenn etwas passiert zeigt uns die Geschichte muss man noch eher reagieren und es ist unglaublich wichtig dass man sich noch mehr engagiert.

00:53:53: Also, man darf nicht weglaufen!

00:53:55: Das ist ein wichtiges Ziel was wir vielleicht gelernt haben.

00:53:58: und selbst wenn man das dann irgendwann wie Thomas Mann aus der Ferne macht... Man muss aktiv bleiben.

00:54:03: Das ist die Aufgabe von uns Künstler.

00:54:05: Ja, das ist unstrittig.

00:54:07: Genau ich wollte nur einmal sagen.. Wie gesagt, das kann man jetzt gar nicht groß machen weil das sind immer so Hypothese die dann von ganz anderen Faktoren abhängen.

00:54:19: Aber trotzdem das viel mir bei dieser Frage ein, weil mich eigentlich hält.

00:54:24: Mich alles hier ja und ich finde vor allem auch Leipzig Deshalb sei es auch noch mal gesagt dass ist so eine traumhafte Stadt Und die hat so viele Möglichkeiten für uns geboten bietet sie nach wie vor und wir haben uns nicht.

00:54:38: also deshalb Es müsste schon das wollte Ich damit sagen es müsste schon was sehr sehr krasses passieren Und es wäre für mich auch kein Weglaufen.

00:54:45: Das will ich an dieser Stelle sagen, bin gar nicht der Typ für, weil sonst wären wir alle hier nicht mehr.

00:54:50: Hätte es schon genügend Anlässe gegeben, wo man im Leben die Chance gehabt hätte wegzulaufen, das meine ich gar nicht damit.

00:54:57: Aber trotzdem war das so ein Gedanke, wo ich dachte ... Ähm...

00:55:03: Der ist gut, er ist

00:55:04: gut!

00:55:04: Muss man gucken?

00:55:05: Okay, wäre wieder eine Folge für sich.

00:55:08: Letzte Frage.

00:55:11: Gregor, das ist was für dich.

00:55:12: Hier drauf steht Five Gentlemans.

00:55:14: Au!

00:55:15: Ja, großes Thema.

00:55:17: Was ist das?

00:55:19: Wichtiges Kapitel in meinem Leben wahrscheinlich die größte Schule für mich im Muckengeschäft also auch zurückzuführen aufs Klachabit-Gymnasium.

00:55:32: vier Jungs denen ich als Pianist zur Seite stand oder sind drei Jahre älter als ich Die Gruppe so richtig existiert sei eigentlich nicht mehr und Fünfzehn Jahre ausgestiegen, aber ich habe dort glaube ich fast fünfzehn jahre mitgespielt am Anfang in Zbikkau dann in Sachsen irgendwann deutschlandweit und irgendwann sogar.

00:55:52: auch sind wir sogar ein bisschen damit um die welt gefahren.

00:55:54: Wir haben diverse Kreuzfahrten bespielt als ensemble und also für mich eine ursprünglich sehr große bühnerfahrung Und großer leidenschaft und trotzdem war für mich irgendwann klar Das ist für mich irgendwie beendet, weil... Du musst

00:56:13: kurz erklären, wer das ist.

00:56:15: Oh du hast recht!

00:56:16: Also Five Gentlemen is eine Coverband der Comedian Harmonists gewesen die Comedians Harmonist, die in leipzig übrigens ihren großen Durchbruch hatten also die manche sagen auch die erste Boygroup der Welt obwohl es nicht ganz stimmt gab auch schon ein bisschen was davor aber die natürlich mit Evergreens wie mein kleiner kröner Kaktus wirklich mit der Meinung auch die Akapella Szene in unserem Land geprägt hat.

00:56:39: Also meine These ist, dass diese vielen Akapellagruppen, die wir auch in Leipzig und Deutschland haben, das noch mal mehr wurde ... In dem Moment als der Film, Comedy and Harmonies, in den Kinos kamen.

00:56:53: Ich glaube zu beobachten, dass das so ein Impulsgeber gewesen ist.

00:56:57: Wir waren eben schon da!

00:56:58: Wir hatten das Reportage schon und konnten dadurch wahnsinnig viel Auftritte damals spielen.

00:57:01: Und es war sehr toll, ich bin ja auch den Jungs.

00:57:04: Sehr dankbar für viele, viele schöne Tage Stunden und Jahre schöner Mucke.

00:57:10: Sehr schön!

00:57:10: Auf einem guter Übergang.

00:57:11: Ja

00:57:11: sehr gut wir kommen so wirklich langsam zum Ende.

00:57:13: es ist die längste Podcast-Folge jemals... ...die wir aufgenommen haben aber

00:57:19: sie könnte immer noch

00:57:21: nicht enden.

00:57:22: und wer das in musikalischer Art und Weise ein bisschen hören möchte kann dies am zwanzigsten Juni im Museum der Bild einen Künste, eines der schönsten Museen unserer Stadt.

00:57:32: Wenn nicht sogar das schönste Museum finde ich mit.

00:57:35: Ich schweife wahnsinnig gerne einfach nur durch die Flure und gucke mir auch die Dauerausstellung immer wieder an.

00:57:39: Das

00:57:39: ist so toll!

00:57:40: Und da spielen wir ein ganz besonderes.

00:57:42: Konzertsasche hat es eingangs schon erwähnt.

00:57:44: Wir spielen estonische Komponisten und werden uns gegenseitig die Bälle zuwerfen musikalischer Art und Weise.

00:57:52: Die erste Veranstaltung, das erste Konzert ist schon ausverkauft.

00:57:55: Es gibt noch Karten für das zweite Konzern.

00:57:57: Gar nicht mehr so viele wahrscheinlich und wer dabei sein möchte ist herzlich eingeladen am zwanzigsten Juni nach Leipzig zu kommen Und wir haben hier eine kleine Tradition.

00:58:07: Wir haben eine Dusch-Lieder Pikachu Playlist.

00:58:10: Da bringt jeder etwas mit und du bist ja heute unser Gast.

00:58:13: Deswegen bist Du heut dran den ersten Song auf die Playlist zu

00:58:17: packen.

00:58:18: Ja, ich habe was von einem Duo mit.

00:58:20: Ich hab eigentlich von zwei Duos was mit und ich habe einen Duo mit das auch Videos gedreht hat bei dem Familienmitglieder impliziert wurden und das wissen wir ja durch eure Oma.

00:58:29: ist es ein gängiges Business.

00:58:32: Das ist die Gruppe Yellow aus der Schweiz mit The Rays von

00:58:36: Super.

00:58:38: Hammer gut, die Pioniere der auch der elektronischen und Sample Musik, die wirklich super interessant was sie gemacht haben also wie mit Kassetten.

00:58:48: Die Snare zum Beispiel habe ich mal gelesen mit einer Zeitung auf Tisch schlagend aufgenommen haben und dann mit Kassenbändern zurechtgeschnitten.

00:58:55: Also wirklich sehr kreative... Ja

00:58:56: Pionieren für ganz viele eine ganz große Vorbereiter werden gewesen.

00:58:59: Ja

00:59:00: irgendwie gibt es viel Gemeinsamkeit.

00:59:03: Sehr cool.

00:59:04: Sehr cooler Tipp!

00:59:07: Sascha, was hast du mitgebracht?

00:59:07: Natürlich.

00:59:08: Ich habe einen Klassiker mitgebracht und ich frage mich gefragt warum wir das noch nicht drauf gepackt haben.

00:59:12: Nämlich Fly Me To The Moon von Frank Sinatra und Count Paisie.

00:59:15: Oh

00:59:16: ja!

00:59:16: Tolle Aufnahme.

00:59:17: Das ist

00:59:18: so ein ewiger Urwurm.

00:59:19: Ich hab jetzt wieder so'n Wochenende gehabt, da war es toll, ich habe so Somewhere Over the Rainbow, Moon River alles zu Melodien, die man wenn man im Reva einkaufen geht immer denkt, weil meine ich sag mal sie gehen nicht weg, die gehen einfach nicht weg.

00:59:31: Und Fly Me To The Moon ist auch so, dass die pieksen mich aber auf eine schöne Art und Weise.

00:59:36: deshalb heute Frank Sinatra Count Basie Fly me to the moon.

00:59:40: Ich gucke ja mal was Sascha nimmt.

00:59:42: deswegen ich mache auch etwas mit Stimme weil es irgendwie heute passt und deswegen habe ich ein ganz schnutziges Lied

00:59:49: von Gregor Reporter und

00:59:51: das Stück heißt Hey Laura ist keine Ahnung, es ist so wie wenn jemand Honig in der Stimme hat und dann noch Puderzucker drauf.

01:00:01: Das ist bei Gregoriporter so.

01:00:02: deswegen hier mal eine kleine... Also das ist fast schon die Kuschel Playlist dieses von uns beiden.

01:00:08: Viel Spaß mit Hey Laura!

01:00:10: Von GregoriPorter Und wir wünschen euch einen guten Start in die Woche, kommentiert den Podcast gerne, folgt uns oder gibt ne kleine Bewertung ab.

01:00:18: Das wird uns wahnsinnig freuen und wir bedanken uns ganz herzlich bei Gregor für die schöne Zeit, für das schöne Gespräch.

01:00:25: Danke dass du so offen warst und dass du uns ein bisschen auch ins Erzgebirge geholt hast.

01:00:31: Es ist jetzt schon ein bisschen in Sachsen-Podcast geworden.

01:00:33: Ich kann aber sagen wir haben es schon noch.

01:00:35: auch bald paar andere Gäste.

01:00:37: Nächsten

01:00:37: Monat kommt schon der nächste Gast Und es geht weiter.

01:00:42: Wir treffen uns aber nächste Woche.

01:00:43: zur Zweitsage

01:00:44: Ja

01:00:45: Und deswegen schaltet gerne wieder ein!

01:00:47: Wir hören uns nächste Woche.

01:00:48: Macht's gut Schöne Woche.

01:00:50: Danke

01:00:51: euch, ihr seid toll.

01:00:53: Geh bis bald!

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